Buchpremiere in Berlin

Doris Anselms „Gegenschlag“

Während meiner Zeit beim Luchterhand Verlag habe ich Doris Anselms Debüt lektoriert, einen Erzählband: „und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus“. Das Lektorat dieser ungewöhnlichen und hervorragend geschriebenen Geschichten hat mir – dank der wunderbaren Zusammenarbeit mit der Autorin – große Freude bereitet. Am 15. März 2017 wird das Buch nun in der Berliner Karl-Marx-Buchhandlung vorgestellt. In Abstimmung mit allen anderen Beteiligten obliegt das Schreiben von Präsentationstexten dem Lektor, so dass ich im Folgenden schamlos den Verlagstext wiedergebe…

„Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? In Doris Anselms literarischem Debüt begegnen uns Karrieremenschen und Verlierer, Charismatiker und Verrannte. Manches scheinbar Wichtige bleibt elegant in der Schwebe, um den Blick für das Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt dabei mit. – Doris Anselm, 1981 in Buxtehude geboren, hat Kulturwissenschaften in Hildesheim studiert, anschließend volontiert und lebt heute als Radioreporterin in Berlin. 2014 war sie Hauptpreisträgerin des open mike-Wettbewerbs.“

Doris Anselm soll mitreißend vortragen. Ich fahre nach Berlin!

Übersetzung für die “Basler Zeitung”

Houellebecq im Portfolio!

Nach den November-Attentaten von Paris bat die “New York Times” den meinungsstarken französischen Starautor Michel Houellebecq um einen Text. Die “Basler Zeitung” schnappte sich den Text – und beauftragte mich mit der Übersetzung ins Deutsche. Eine tolle Aufgabe, diesem weltbekannten Schriftsteller eine Stimme zu geben. Lesen Sie hier, was Houllebecq über die Gewöhnung an Attentate, französische Politiker und Demokratie zu sagen hat. Wie heißt es immer so schön? “Der Inhalt der Beiträge gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder.”

Stipendiumsverleihung für literarisches Übersetzen

Moderation im Literaturhaus München

Am 28. September 2015 erhielt Birgit Leib das Arbeitsstipendium für literarisches Übersetzen des Freistaats Bayern. Die Übersetzerin hatte mit Irina Teodorescus Roman „Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen“ (Wagenbach Verlag, 2015) das Rennen gemacht. Ich war engagiert worden, den kulturellen Teil des Abends moderieren.

Doch zunächst stand die Verleihung an, großer Bahnhof für Preisträgerin Birgit Leib im gut besuchten Münchner Literaturhaus: Begrüßung durch dessen Leiter Reinhard Wittmann, Regina Rawlinson sprach für die Jury und das Übersetzerforum München, Kulturstaatssekretär Bernd Sibler überreichte Urkunde und Scheck.

Irina Teodorescu war angereist, so dass Autorin und Übersetzerin bei den Lesungsabschnitten jeweils Original und deutschen Text vortragen konnten. Nach meiner Einführung dolmetschte ich das Werkstattgespräch. Meine abschließende Würdigung von Birgit Leibs Arbeit basierte aufgrund der zahlreichen Übersetzer im Saal auf einem direkten Vergleich zwischen Originaltext und Übersetzung. Dank der zwei spannenden Frauen auf der Bühne und einem aufmerksamen und konzentrierten Publikum ein rundum gelungener Abend!

 

Übersetzerin Birgit Leib. Fotos von Steffen Leiprecht Autorin Irina Teodorescu Moderator und Dolmetscher Oliver Ilan Schulz

Auf Radio radioeins: Interview mit olian zu “Oh…”

“Das Lebensgefühl einer Generation”

Es war an einem Sonntag Abend, genauer gesagt dem 18. Januar 2015: Gesa Ufer und Marion Brasch sprachen mit mir in ihrer Sendung “Die Literatur-Agenten” über Philippe Djians letzten Roman “Oh…”. Kurzweilige fünf Minuten, wenn Sie mich fragen. Doch hören Sie selbst, der Beitrag kommt gleich zu Anfang.

Herzlichen Dank an die Moderatorinnen, nicht nur für das Lob “wirklich großartig übersetzt”!

LesART Esslingen, Literaturhaus München

Meine Lesungen mit Philippe Djian

Für drei Lesungen tourte Philippe Djian mit seinem aktuellen Roman „Oh” durch Deutschland. Die zwei Stationen im Süden, bei denen ich moderierte und dolmetschte, dürfen wohl als Erfolg gelten: Jeweils um die hundert Besucher waren in die Stadtbibliothek Esslingen und ins Münchner Literaturhaus gekommen. In Schwaben trug Lucia Schlör den deutschen Text vor, in Bayern übernahm Wiebke Puls diesen Part. Es gab reichlich Applaus für alle Beteiligten und den „angeregten Dialog” zwischen Autor und Übersetzer (so die „Eßlinger Zeitung” in ihrer Besprechung). Herzlichen Dank an alle Besucher und die Organisatoren!

Hier ein paar Eindrücke, Dank an Frank Ziehfreund (Esslingen) und Matthias „Bumbi” Garvelmann (München) für die Fotos.

Lesungen mit Philippe Djian

Lesung mit Philippe Djian

Djian: Alle guten Dinge sind drei!

“Oh…” : Übersetzung und Lesungen

“Oh…”, meine dritte Djian-Übersetzung, erscheint im November 2014. Wer es eilig hat, kann bestimmt am Diogenes-Stand auf der Buchmesse schon in dem Roman blättern!

Philippe Djians Hauptprotagonistin ist erstmals eine Frau. Michèle, eine toughe Filmproduzentin, ist in ihrer Pariser Vorortvilla überfallen worden. Wem soll sie sich anvertrauen? Die Familie fällt aus: Ihr Vater ist ein Kindermörder und sitzt lebenslang, ihre Mutter mimt die immerjunge Nymphomanin. Michèles Ex-Mann Richard belagert sie mit seinen mittelmäßigen Drehbüchern. Ihr Sohn Vincent jobbt bei McDonald’s und heiratet eine Frau mit Kuckuckskind. Zum Glück ist da noch ihr Nachbar Patrick, ein junger und attraktiver Banker. “Oh…”, ein Djian, wie er im Buche steht.

Doch damit nicht genug: Im Herbst 2014 kommt Philippe Djian auf Lesereise. Ich moderiere und dolmetsche die Veranstaltungen in Esslingen am Neckar (17. November 2014) und München (18. November 2014). Lernen Sie den Kultautor (und seinen Übersetzer ;-)) kennen.

Freies Lektorat für den mareverlag

Jean-Philippe Blondels emotionaler Roman “Zweiundzwanzig”

Dieser wunderbare, kurze Roman ist seit dem Frühjahr 2014 in den Buchläden. Auf der Frankfurter Buchmesse 2013 fragte mich meine Lektorenkollegin Sophia Hungerhoff, ob ich einen von ihr übersetzten Roman lektorieren wolle. Mit Vergnügen.

Im Sommer 1986 hat der Erzähler dieses Romans sein eigenes Tschernobyl erlebt. Er ist zweiundzwanzig, und durch zwei Autounfälle hat er seine Eltern und seinen Bruder verloren. Aus dem emotionalen Schock befreit ihn eine fixe Idee: Weil ihm Lloyd Coles Song “Rich” nicht aus dem Kopf geht, will er in den dort besungenen Ort Morro Bay, Kalifornien. Das ungewöhnliche Vorhaben wird ergänzt durch ungewöhnliches Personal. Ausgerechnet seine Ex-Freundin und sein bester Kumpel, die gerade dabei sind, ein Paar zu werden, sollen ihn begleiten. Mit erstaunlicher Leichtigkeit erzählt Blondel in diesem autobiographischen Roman über die Reise, die ihn wieder ins Leben zurückgeholt hat.

Philippe Djian: Mein zweiter Streich!

“Wie die wilden Tiere” kommt  in die Buchläden

Im November 2013 erscheint meine zweite Djian-Übersetzung im Diogenes Verlag. Diesmal lohnt sich die Lektüre besonders wegen der schnoddrigen Sprache und der schlagfertigen Repliken, mit denen der Autor seine Protagonisten gesegnet hat.

Marc ist ein Graffiti-Künstler, der es von der Straße in die Galerien geschafft hat. Sein Leben – eine Aneinanderreihung von Partys. Aber war er auch ein guter Vater? Denn Alexandre, sein Sohn, hat sich umgebracht. Als Marc die junge, hübsche und sturzbetrunkene Gloria aufliest, spielt also auch sein schlechtes Gewissen eine Rolle. Michel, Marcs Agent, und dessen Frau Anne (eine frühere Geliebte von Marc), sind nicht begeistert.

Wer sich übrigens wundert, warum Philippe Djians Hauptfigur immer Marc heißt, dem sei folgender Auszug aus dem Buch ans Herz gelegt:

»Ich finde, dass Marc überhaupt nicht zu Ihnen passt.«
»Ich weiß. Ich wollte immer lieber Philippe heißen.«
»Was? Sie sind ja verrückt. Wie schrecklich.«

“Mein” ;-) erster Djian bei Diogenes

Philippe Djians “Die Rastlosen” jetzt im Handel

Es ist soweit: Am 23. Oktober 2012 erscheint “Die Rastlosen” bei Diogenes, meine Übersetzung von Philippe Djians “Incidences” (so der französische Originaltitel). Erzählt wird die Geschichte von Marc, einem Literaturdozenten. Nach einer feuchtfröhlichen Party geht er mit einer attraktiven Studentin nach Hause, doch leider liegt sie am nächsten Morgen tot neben ihm. Ein bedauernswerter Unfall… oder?
Ähnlich rastlos geht auch Philippe Djian zu Werke: Während ich gerade am Nachfolger “Vengeances” arbeite, ist in Frankreich schon der nächste Roman “Oh…” erschienen – und steht auf der Longlist der prestigereichen Preise “Médicis” und “Flore”.

Théophile Gautiers Klassiker auf der Shortlist

“Mademoiselle de Maupin” für Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse 2012 nominiert

Caroline Vollmanns Neuübersetzung des französischen Klassikers, die ich beim Manesse Verlag lektoriert habe, ist unter den letzten fünf Titeln für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse. Das allein ist ein schöner Erfolg für die Übersetzerin, den Verlag und natürlich auch ein bisschen für den betreuenden Lektor: Schon jetzt wird dem Buch viel Aufmerksamkeit zuteil. Doch nun sind die Daumen gedrückt für den Jackpot, denn selbstverständlich bin ich der Meinung, dass das Gespann Gautier-Vollmann den Preis verdient hätte!

Hier liest Hinrich Schmidt-Henkel einen Auszug aus dem berühmten Vorwort des Buchs.